Hephaistos.bio hat 150000 Franken Fördermittel von Venture Kick erhalten, um seine Technologie zur Entwicklung massgeschneiderter Enzyme weiter auszubauen. Das Biotech-Start-up verfolgt das Ziel, komplexe und energieintensive chemische Prozesse in der Industrie durch enzymbasierte Herstellungsverfahren zu ersetzen. Im Fokus stehen Reaktionen, die derzeit nur schwer oder mit hohem Aufwand effizient umzusetzen sind.
Enzyme als Hebel für nachhaltigere Chemie
Die konventionelle chemische Produktion basiert vielfach auf energie- und ressourcenintensiven Verfahren, die Umwelt und Lieferketten belasten. Der Einsatz von Enzymen kann Prozessketten vereinfachen, Herstellkosten um bis zu 30 Prozent reduzieren und CO2-Emissionen um bis zu 50 Prozent senken. Für viele industrielle und insbesondere pharmazeutische Reaktionen stehen bislang jedoch keine geeigneten Biokatalysatoren zur Verfügung.
End-to-End-Plattform für maßgeschneiderte Biokatalysatoren
Hephaistos.bio adressiert diese Lücke mit einer End-to-End-Enzymdesign-Pipeline. Auf Basis von Computertools, Strukturbiologie, Chemie und maschinellem Lernen entwickelt das Team massgeschneiderte Proteinkatalysatoren für spezifische Zielreaktionen. Der Ansatz soll die pharmazeutische und feinchemische Produktion vereinfachen und gleichzeitig resilienter, nachhaltiger und kosteneffizienter machen.
Erste Anwendung mit Spirochem und nächste Schritte
Sein Potenzial hat das Start-up bereits in einem industriellen Pilotprojekt mit dem in der Schweiz ansässigen Auftragsforschungsunternehmen Spirochem demonstriert. Aufbauend auf diesem ersten kommerziellen Einsatz will Hephaistos.bio Hersteller von Pharmazeutika und Feinchemikalien dabei unterstützen, Produktionsschritte nach Europa zu verlagern und Produktionsverfahren mit Hilfe von Enzymen wettbewerbsfähiger zu gestalten. Die neuen Mittel aus Venture Kick fliessen in weitere Enzymentwicklungskampagnen, den Ausbau der Laborautomation und die ersten Neueinstellungen.
Team mit interdisziplinärem Hintergrund
Das Gründungsteam umfasst CEO Lukas Radtke, CTO Lucas Merlicek, Head of Operations Jannik Neumann, Head of Lab Moritz Ullhofen und Head of Business Development Ilya Schneider. Die Mitglieder kombinieren Expertise in Chemie, Biotechnologie, maschinellem Lernen und industriellen Anwendungen, um Enzymlösungen für nachhaltigere Herstellungsprozesse zu entwickeln. Laut CEO Lukas Radtke war die Unterstützung von Venture Kick entscheidend dafür, aus einem Forschungsprojekt ein Unternehmen zu formen und den Einsatz der Enzyme in industriellen Anwendungen voranzutreiben.