Scienceindustries begrüsst den Entscheid des Supreme Court of the United States vom 20. Februar 2026, der die Rechtmässigkeit bestimmter Zölle unter dem International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) bestreitet. Das Urteil stärkt aus Sicht des Verbands rechtsstaatliche Grundsätze im internationalen Handel und setzt ein wichtiges Signal für berechenbare Rahmenbedingungen.
USA als zweitwichtigster Exportmarkt der Branche
Die USA sind nach der EU weiterhin der zweitwichtigste Exportmarkt für die Schweizer Chemie-, Pharma- und Life‑Sciences‑Industrie. Im Jahr 2025 entfielen rund 24,1 Prozent der Exporte der Branche auf den US‑Markt. Scienceindustries betont, dass ein freier und möglichst hindernisfreier Marktzugang für die international stark vernetzte Industrie zentral ist.
Anhaltende handelspolitische Unsicherheit
Trotz des positiven Signals aus Washington bleibt die Lage anspruchsvoll. Das Urteil ändert nichts daran, dass der US‑Präsident auf andere gesetzliche Grundlagen zurückgreifen kann, um Zölle zu erheben, darunter Section 301, Section 122, Section 338 oder Section 232 des US‑Handelsrechts. Zusätzlich hat der US-Handelsbeauftragte am 11. März 2026 Section‑301‑Untersuchungen zu struktureller Überkapazität und Produktion in verschiedenen Volkswirtschaften, darunter die Schweiz, eingeleitet.
Bedeutung eines bilateralen US-Handelsabkommens
Vor diesem Hintergrund misst Scienceindustries den laufenden Verhandlungen zwischen der Schweiz und den USA über ein bilaterales Handelsabkommen grosse Bedeutung bei. Ein Abkommen könnte aus Sicht des Verbands mehr Rechts- und Planungssicherheit schaffen und die wirtschaftlichen Beziehungen nachhaltig stärken. Stephan Mumenthaler, Direktor von Scienceindustries, weist in aktuellen Verbandsnachrichten darauf hin, dass stabile und berechenbare Rahmenbedingungen für die global vernetzte Industrie entscheidend sind.
Standortpolitik und Beziehungen zur EU
Neben den Beziehungen zu den USA bleibt die EU für die exportorientierte Branche der wichtigste Handelspartner. Der Bundesrat hat am 13. März die Botschaft zu den «Bilateralen III» verabschiedet; Scienceindustries unterstützt dieses Paket und begleitet den politischen Prozess. Gleichzeitig lehnt der Verband die sogenannte Chaosinitiative (Keine-10-Millionen-Schweiz) klar ab, da sie aus Sicht von Scienceindustries zentrale Pfeiler des Schweizer Wohlstands und die Rahmenbedingungen für Chemie, Pharma und Life Sciences gefährden würde.
Warnung vor zusätzlicher regulatorischer Belastung
Angesichts der aussenpolitischen Herausforderungen fordert Scienceindustries, den Wirtschaftsstandort Schweiz innenpolitisch zu stärken – etwa durch eine kohärente Life‑Sciences‑Strategie, innovationsfreundliche Regulierung ohne zusätzlichen «Swiss Finish» und gesicherten Marktzugang. Der Verband verweist auf laufende Verschärfungen bei klinischer Forschung, künstlicher Intelligenz, PFAS‑Regulierung und Gewässerschutzgrenzwerten und warnt vor einem kumulativen Effekt weiterer Auflagen.