Syngenta geht eine Partnerschaft mit Quantum Basel ein, das das erste kommerzielle Quantencomputerzentrum der Schweiz betreibt. Ziel der Zusammenarbeit ist es, Quantentechnologien für Anwendungen in der landwirtschaftlichen Forschung und Entwicklung zu erforschen. Landwirte stehen weltweit unter zunehmendem Druck, angesichts unvorhersehbarer Wetterbedingungen sowie wachsender Herausforderungen durch Schädlinge und Krankheiten mehr Lebensmittel nachhaltig zu produzieren. Dazu sind neue wissenschaftliche Ansätze erforderlich, die über die Möglichkeiten klassischer Computer hinausgehen, insbesondere beim Verständnis komplexer molekularer und biologischer Systeme.
Quantencomputing für komplexe molekulare Systeme
Die Entwicklung sicherer, wirksamer und nachhaltiger Pflanzenschutzmittel erfordert ein Verständnis molekularer Interaktionen von aussergewöhnlicher Komplexität. Quantencomputer könnten künftig in der Lage sein, diese Prozesse präziser zu modellieren und bislang schwer zugängliche Einblicke in molekulares Verhalten zu liefern. Dadurch könnten neue Ansätze für die Entwicklung innovativer Lösungen in der Landwirtschaft entstehen, etwa bei der Identifikation geeigneter Wirkstoffkandidaten oder der Optimierung von Formulierungen.
Kombination von Hardware, Algorithmen und Agrarforschung
Im Rahmen der Zusammenarbeit bringt Quantum Basel seine algorithmische Expertise sowie den Zugang zu fortschrittlicher Hardware und Simulatoren ein, während Syngenta seine wissenschaftliche Kompetenz und seine landwirtschaftlichen Forschungs- und Entwicklungskapazitäten beisteuert. Erste Projekte sollen das Verständnis molekularer Prozesse vertiefen und neue Ansätze für Forschung und Pflanzenwissenschaften ermöglichen. Geplant ist ein eng verzahntes Arbeitsmodell, bei dem Quanten- und Datenwissenschaftler mit Forschenden aus Chemie, Biologie und Agrarwissenschaften zusammenarbeiten.
«Quantencomputer könnten ein Katalysator für die nächste Generation wissenschaftlicher Durchbrüche in der Landwirtschaft sein», sagt Feroz Sheikh, Chief Information and Digital Officer der Syngenta Group. «Sie haben das Potenzial, uns ein tieferes Verständnis molekularer Interaktionen zu ermöglichen und neue Erkenntnisse und Lösungen zu liefern, die Landwirten helfen können, den Herausforderungen einer sich verändernden Welt zu begegnen.»
Langfristige Perspektiven für Chemie, Pharma und Life Sciences
Quantencomputing gilt als aufstrebende Technologie mit langfristigem Potenzial für molekulare Modellierung, künstliche Intelligenz und weitere wissenschaftliche Anwendungen. Durch die Kooperation mit Quantum Basel will Syngenta frühzeitig Erfahrungen sammeln und das Know-how sowie die Partnerschaften aufbauen, die für eine künftige Anwendung in der Agrarforschung nötig sind. Auch für angrenzende Bereiche wie Chemie, Pharma, Life Sciences und Kosmetik sind Anwendungen denkbar, etwa bei der Wirkstoffforschung oder Materialentwicklung, sobald die Technologie weiter ausgereift ist.