Der CSEM Inventor Award 2026 würdigt die langjährige Arbeit von Noa Schmid im Bereich der hochpräzisen Flüssigkeitshandhabung. Über mehr als zwei Jahrzehnte hat er Geräte mitentwickelt, die kleinste Flüssigkeitsmengen kontrolliert dosieren und damit zentrale Prozesse in der biochemischen Analyse unterstützen. Solche Systeme sind etwa für Umweltanalytik, Wirkstoffentwicklung, Infektionsdiagnostik und kontinuierliche Gesundheitsüberwachung von Bedeutung.
Acht Patente und zahlreiche Industriekooperationen
Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen bei CSEM hat Noa Schmid acht Patente auf dem Gebiet der präzisen Flüssigkeitshandhabung erarbeitet. Daraus entstanden mehrere Kooperationen mit Industriepartnern in der Schweiz und im Ausland, durch die neue Laborgeräte mit höherer Funktionalität, Genauigkeit, Geschwindigkeit und Kosteneffizienz auf den Markt gebracht wurden. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit ist die Miniaturisierung von Laborgeräten bei gleichbleibender Präzision, um Analysezeiten zu verkürzen und den Verbrauch an Probenmaterial und Reagenzien zu senken. «Kleine Geräte sind schneller, da die Flüssigkeiten kürzere Wege zurücklegen müssen», erklärt Noa Schmid.
Anwendungen vom Heimtest bis zur ISS
Aus der Zusammenarbeit mit dem Schweizer Unternehmen Tecan entstand eine Pipettiermaschine, die einen sehr breiten Volumenbereich von Millilitern bis hin zu Mikrolitern abdeckt. Mit dem französischen Unternehmen Fluigent entwickelte CSEM ein Gerät zur Messung sehr kleiner Flüssigkeitsströme, dessen Sensor nicht mit der Flüssigkeit in Kontakt kommt und so das Kontaminationsrisiko reduziert. Gemeinsam mit Hamilton wurde eine Komponente für die routinemässige Genauigkeitsprüfung automatisierter Flüssigkeitshandhabungssysteme entwickelt. Eine von Schmid entworfene Pumpe, die Pulsationen im Flüssigkeitsstrom eliminiert, kam auf der Internationalen Raumstation in einem Durchflusszytometer zur Analyse von Blutproben zum Einsatz. Sein jüngstes, 2022 eingereichtes Patent unterstützte das Schweizer Start-up Testmate Health bei der Entwicklung eines Heimtestgeräts zur Diagnose von vier sexuell übertragbaren Krankheiten anhand einer Urinprobe.
«Im Herzen bin ich Ingenieur», sagt Noa Schmid, der als Experte in der Gruppe Automated Sample Handling bei CSEM in Alpnach arbeitet. «Meine Motivation ist es, Geräte zu entwickeln, die das Leben der Menschen verbessern. Es ist in der Regel sehr schwierig, ein Produkt oder einen Prozess zu vereinfachen.»
CSEM Inventor Award: Innovation an der Schnittstelle von Biologie und Technologie
«Patente zu entwickeln ist schwierig, aber noch schwieriger ist es, Innovationen zu entwickeln, die sich in erfolgreiche Produkte umsetzen lassen, die den tatsächlichen Kundenbedürfnissen entsprechen und einen Mehrwert schaffen», sagt Vincent Revol, VP Industry 4.0 & Life Sciences bei CSEM. Die Arbeit von Noa Schmid habe die Leistungsfähigkeit von Laborgeräten erweitert und zahlreiche Patente sowie erfolgreiche Industriekooperationen ermöglicht, so Revol. Der CSEM Inventor Award, der seit 2022 jährlich vergeben wird, zeichnet technologische Innovationen aus, die sich bereits im Markt bewährt haben, und hebt den Beitrag der CSEM-Ingenieurinnen und -Forscher zur Bewältigung realer Herausforderungen hervor.