Haya Therapeutics, ein in Lausanne ansässiges Biotechunternehmen, hat im Mai 2026 den Start einer klinischen Phase‑1a/b‑Studie mit seinem Leitwirkstoff HTX‑001 bekanntgegeben. Die erste Kohorte gesunder Freiwilliger wurde vollständig rekrutiert und behandelt. Die Studie untersucht Sicherheit, Verträglichkeit, Pharmakokinetik und Pharmakodynamik von HTX‑001 bei gesunden Probandinnen und Probanden sowie bei Patientinnen und Patienten mit nicht-obstruktiver hypertropher Kardiomyopathie, für die es bislang keine Therapie gibt, die gezielt den fibrotischen Prozess adressiert.
HTX‑001 ist ein First‑in‑Class‑Antisense‑Oligonukleotid, das darauf ausgelegt ist, Wisper herunterzuregulieren, eine lange nicht-kodierende RNA, die die Fibrose im Herzen vorantreibt. Der Kandidat hatte bereits in präklinischen Modellen vielversprechende Ergebnisse gezeigt.
Internationale Anerkennung als «Disruptive Pioneer»
Parallel zum Studienstart wurde Haya Therapeutics im «2026 Global Pharmaceutical Innovation and Invention Index» von Idea Pharma als «Disruptive Pioneer» eingestuft. Dieses Ranking bewertet Pharmaunternehmen nach ihrer Fähigkeit, neue Ideen zu generieren und in Wert zu überführen.
Die Aufnahme von Haya in das Ranking spiegelt die wachsende Bedeutung der regulatorischen Genomwissenschaft als therapeutisches Paradigma wider. Die Technologie des Unternehmens zielt nicht nur auf Herzfibrose, sondern hat potenzielle Anwendungen in der Onkologie und bei Adipositas, unter anderem gestützt durch eine 2024 angekündigte Zusammenarbeit mit Eli Lilly.
Vom Labor zur klinischen Anwendung
Der Weg von Haya Therapeutics verdeutlicht, wie das Schweizer Life‑Sciences‑Ökosystem akademische Entdeckungen in klinische Innovationen überführen kann. Ausgehend von Forschungsarbeiten am CHUV in Lausanne entwickelte das Unternehmen seine Plattform weiter, sicherte sich 2025 eine Serie‑A‑Finanzierungsrunde über 65 Millionen US‑Dollar und erreichte 2026 den Eintritt in die klinische Entwicklung.
Die beiden aktuellen Meilensteine – der Start der Phase‑1a/b‑Studie und die internationale Anerkennung im Innovationsindex – unterstreichen die Relevanz jener Technologien, die im Rahmen des Technology Outlook frühzeitig identifiziert wurden.