Clariant erzielte im zweiten Quartal 2026 einen Umsatz von 941.3 Millionen Franken. Auf vergleichbarer Basis stieg der Umsatz in lokaler Währung gegenüber dem Vorjahresquartal um 0.6 Prozent. Einschliesslich Portfoliobereinigung sank er in lokaler Währung um 0.3 Prozent, während der Umsatz in Schweizer Franken 2.7 Prozent unter dem Vorjahreswert lag.
Die Preise erhöhten sich laut Unternehmensangaben um 3.0 Prozent, die Absatzmengen gingen hingegen um 3.3 Prozent zurück. Clariant führt die Mengenentwicklung auf den Nahostkonflikt und Massnahmen zur Portfoliobereinigung zurück.
Entwicklung in den Geschäftsbereichen
Care Chemicals erzielte ohne Portfoliobereinigung ein Umsatzwachstum von 4.2 Prozent in lokaler Währung. Adsorbents & Additives steigerte den Umsatz um 5.3 Prozent. Dem stand ein Umsatzrückgang von 13.3 Prozent bei Catalysts gegenüber, der nach Angaben von Clariant mit verzögerten Kundenaufträgen infolge der Lage im Nahen Osten zusammenhängt.
Das EBITDA vor Sonderposten erhöhte sich um 1.5 Prozent auf 171.1 Millionen Franken. Die entsprechende Marge stieg um 80 Basispunkte auf 18.2 Prozent. Clariant zufolge glichen die Ergebnisse von Care Chemicals die Belastungen im Bereich Catalysts mehr als aus.
Sparprogramm ausgeweitet
Clariant baut seine Programme zur Leistungsverbesserung um mehr als 20 Millionen Franken aus. Bis 2027 sollen daraus Einsparungen auf Run-Rate-Basis von insgesamt 100 Millionen Franken resultieren. Für 2026 rechnet das Unternehmen mit Einsparungen von 90 Millionen Franken; einmalige Restrukturierungskosten beziffert es auf 29 Millionen Franken.
Den Ausblick für 2026 bestätigte Clariant. Das Unternehmen erwartet einen in lokaler Währung weitgehend stabilen Umsatz sowie eine EBITDA-Marge vor Sonderposten von rund 18 Prozent.
Shell-Klage abgewiesen
Am 29. Juli 2026 wies das Bezirksgericht Amsterdam die von Shell erhobene Schadenersatzklage gegen Clariant und drei weitere Beklagte vollständig ab. Die Klage stand im Zusammenhang mit dem Wettbewerbsrechtsverstoss von 2020.
Nach Angaben von Clariant fand das Gericht keine Belege dafür, dass der Informationsaustausch zwischen Käufern einen Marktschaden verursacht oder Preiskennzahlen wie den Monthly Contract Price verändert habe. Das Gericht wies auch eine Klage der Gesellschaft Stichting Ethylene Claims ab, die eine Feststellung der Haftung der Beklagten für denselben Sachverhalt verlangt hatte. Clariant erklärte, sich in weiteren Verfahren in den Niederlanden und Deutschland weiterhin zu verteidigen.