Jaipur Robotics hat eine Seed-Finanzierungsrunde in Höhe von 4.3 Millionen Euro abgeschlossen. Die Runde wird von Equitypitcher Ventures und dem High-Tech Gründerfonds angeführt. Das Schweizer Unternehmen entwickelt Lösungen für den Betrieb thermischer Abfallbehandlungsanlagen, die Computer Vision und Automatisierung einsetzen.
Laut der Mitteilung will Jaipur Robotics die Mittel nutzen, um in neue Regionen zu expandieren und sein Produkt stärker auf einzelne Branchen auszurichten sowie weiter auszubauen. Das Unternehmen baut sein KI-Betriebssystem derzeit auf weiteren Müllverbrennungs- und anderen Industrieanlagen auf mehreren Kontinenten aus.
«Wir sehen eine Zukunft, in der Abfalldaten die Sicherheit und Automatisierung vollständig steuern», sagt Ermes Zamboni, Co-Founder und CEO von Jaipur Robotics. «Diese Runde ermöglicht es uns, den gesamten Anlagenbetrieb zu revolutionieren.»
Abfalldaten für den Anlagenbetrieb
Nach Angaben des Unternehmens gibt es weltweit mehr als 3’100 Waste-to-Energy-Anlagen in einem Markt mit einem Volumen von rund 40 Milliarden Euro. Die Mehrheit der Anlagen stütze sich noch auf manuelle Überwachung und analoge Prozesse.
Das System von Jaipur Robotics analysiert laut Mitteilung jährlich mehr als 5 Millionen Tonnen Abfall. Die Grundlage bilde ein europäischer Waste-to-Energy-Datensatz mit über 50 Millionen annotierten Bildern. Gefährliche Materialien erkenne das System mit einer Genauigkeit von 99 Prozent.
Angaben zu Effekten pro Anlage
Jaipur Robotics nennt für seinen Einsatz in Anlagen unter anderem eine Gefahrenerkennung in Echtzeit, eine Kartierung des Heizwerts und eine vorausschauende Assistenz für die Kranführung. Damit sollen Sicherheit, Abfallmischung und Kranbetrieb unterstützt werden.
Das Unternehmen gibt an, ungeplante Anlagenstillstände pro Anlage und Jahr um mehr als 80 Prozent reduzieren zu können. Durch eine verbesserte Abfallmischung nennt Jaipur Robotics zudem einen Mehrumsatz von über 1 Million Euro pro Anlage und Jahr. Die Angaben stammen vom Unternehmen.
«Überzeugt hat uns die Kombination aus dem riesigen Datensatz, einem Gründerteam mit einer seltenen Kombination aus Kenntnissen in Maschinenbau und Deep Learning sowie Erfahrung in der industriellen Umsetzung und herausragenden, messbaren Ergebnissen bei Kunden vor Ort», sagt Anna Stetter, Investment Managerin beim High-Tech Gründerfonds.
Ausbau in weiteren Regionen
Die Finanzierung soll Jaipur Robotics bei der internationalen Expansion und dem Ausbau seines Kundenetzwerks unterstützen. Silvan Gehmann, Investment Manager bei Equitypitcher, sagt: «Ermes, Nikhil und das Team haben das richtige Fundament gelegt, um diese Kategorie global zu definieren. Die außergewöhnliche Kundennähe wird die große Produktvision von immer autonomeren Anlagen weiter prägen.»