Merck hat eine verbindliche Vereinbarung zum Verkauf seines CDMO-Geschäfts im Unternehmensbereich Life Science an Lonza unterzeichnet. Der vereinbarte Kaufpreis liegt im mittleren dreistelligen Millionen-Eurobereich. Die Transaktion umfasst Aktivitäten zur kundenspezifischen Auftragsentwicklung und -herstellung pharmazeutischer Substanzen und Produkte an fünf Standorten in den USA.
Der Abschluss wird für Mitte 2027 erwartet. Er steht unter dem Vorbehalt der üblichen behördlichen Genehmigungen und weiterer Vollzugsbedingungen.
Merck richtet Life-Science-Portfolio neu aus
Mit der Veräusserung will Merck sein Portfolio entsprechend seiner mittel- bis langfristigen Strategie stärker auf innovationsgetriebene Geschäfte mit hohem Wertschöpfungspotenzial ausrichten. Das zum Verkauf stehende Geschäft bietet Entwicklungs- und Herstellungsdienstleistungen für komplexe Modalitäten und begleitet Kunden von der Entwicklung bis zur Produktion.
Kai Beckmann, Vorsitzender der Geschäftsleitung und Group CEO von Merck, verweist auf das Strategie-Update vom Mai. Demnach richtet das Unternehmen sein Portfolio auf Geschäfte aus, die auf seinen Kernkompetenzen aufbauen und die langfristige Wettbewerbsposition stärken sollen.
Bei Lonza soll das Geschäft in eine auf Auftragsentwicklung und -herstellung spezialisierte Organisation integriert werden. CDMO steht für Contract Development and Manufacturing Organization.
Fünf Produktionsstandorte in den USA betroffen
Vier der fünf Standorte gehen auf Sigma-Aldrich beziehungsweise dessen CDMO-Sparte SAFC zurück. Mit der Übernahme von Sigma-Aldrich im Jahr 2015 hatte Merck neben dem Laborchemikaliengeschäft auch Produktionsstandorte in Carlsbad in Kalifornien, Madison und Verona in Wisconsin sowie St. Louis in Missouri übernommen.
Der fünfte Standort in Indianapolis im US-Bundesstaat Indiana kam 2022 durch die Übernahme von Exelead hinzu. Die damalige Akquisition erweiterte Mercks CDMO-Aktivitäten.
Lonza erweitert Leistungsspektrum und US-Kapazitäten
Für Lonza bedeutet die geplante Übernahme zusätzliche Produktionskapazitäten in den USA und eine Erweiterung des Dienstleistungsangebots.
«Durch die Integration des CDMO-Geschäfts von Merck in Lonza erhalten unsere Kunden Zugang zu einem breiteren Leistungsspektrum und zusätzlichen Produktionskapazitäten in den USA, einem für Lonza wichtigen Markt», erklärt Wolfgang Wienand, CEO von Lonza.