Schweizer Grossunternehmen erhöhen ihre Investitionen in Nachhaltigkeit und berichten mehrheitlich von wirtschaftlichen Vorteilen. Das zeigt der C-Suite Sustainability Report 2026 von Deloitte. 28 Prozent der Schweizer Befragten geben an, ihre Nachhaltigkeitsinvestitionen um mindestens 20 Prozent erhöht zu haben. In der Vorjahresbefragung lag dieser Anteil bei acht Prozent.
81 Prozent berichten, dass die Nachhaltigkeitsinvestitionen ihres Unternehmens höhere Renditen erzielen als andere Unternehmensinvestitionen. 31 Prozent sprechen von deutlich höheren Renditen. Zudem stimmen 82 Prozent der Aussage zu, dass ihre Nachhaltigkeitsmassnahmen einen erheblichen Wettbewerbsvorteil schaffen. Die Ergebnisse beruhen auf den Einschätzungen der befragten Führungskräfte.
Verlässliche Daten für die Investitionssteuerung
Neben der Rendite nennen die Befragten weitere Vorteile: 78 Prozent sehen positive Auswirkungen auf das Risikomanagement und die Widerstandsfähigkeit ihres Unternehmens, 76 Prozent auf Marke und Reputation.
«Wenn Nachhaltigkeitsmassnahmen wie andere Unternehmensinvestitionen beurteilt werden, müssen auch die zugrunde liegenden Daten verlässlich und nachvollziehbar sein. Lediglich auf dieser Basis können Unternehmen Renditen, Risiken und Umweltwirkungen fundiert bewerten und ihre Investitionen gezielt steuern», sagt Abetare Zymeri, Leiterin Sustainability Assurance bei Deloitte Schweiz.
Regulatorische Unsicherheit gewinnt an Bedeutung
Fehlende oder sich verändernde regulatorische Vorgaben und Berichtspflichten erschweren nach Angaben der Befragten die Umsetzung. 26 Prozent nennen sie als eines der beiden grössten Hindernisse für Nachhaltigkeitsmassnahmen. Im Vorjahr waren es zwölf Prozent.
Eine separate aktuelle CFO-Umfrage von Deloitte ergänzt das Bild: Dort nennen die Befragten Nachhaltigkeits-, Umwelt- und Verpackungsvorschriften als den Regulierungsbereich mit den höchsten Kosten oder dem grössten administrativen Aufwand – noch vor Zöllen, Sanktionen oder Steuern.
Bastien Girod, Partner Strategie und Nachhaltigkeit bei Deloitte Schweiz, spricht sich deshalb für verlässliche und international kompatible Vorgaben aus. Häufige Änderungen und unnötige Komplexität erhöhten den Aufwand und bänden Mittel, die für konkrete Massnahmen fehlten.
Extremwetter gefährdet Anlagen und Betrieb
Auch physische Risiken beschäftigen die Unternehmen. 24 Prozent der Schweizer Führungskräfte stufen Schäden an Betriebsanlagen und Infrastruktur oder damit verbundene Betriebsausfälle durch extreme Wetterereignisse als grösstes physisches Risiko für die kommenden drei bis fünf Jahre ein. Weltweit liegt dieser Anteil bei 16 Prozent.
Weitere genannte Risiken sind Stromausfälle und eine eingeschränkte Energieverfügbarkeit mit 18 Prozent sowie wetterbedingte Lieferkettenunterbrechungen mit 15 Prozent.
«Unternehmen können nicht auf vollständige regulatorische Klarheit warten. Sie müssen messen, welche Massnahmen wirtschaftlich und ökologisch wirken, und ihre Investitionen dort fortsetzen, wo der Nutzen klar ist. So stärken sie zugleich ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber physischen Klimarisiken», sagt Liza Engel, Chief Sustainability Officer bei Deloitte Schweiz.
74 Führungskräfte aus der Schweiz befragt
Für die fünfte Ausgabe des C-Suite Sustainability Report wurden im Mai und Juni 2026 insgesamt 2156 Führungskräfte auf Geschäftsleitungsstufe in 29 Ländern befragt. Die Schweizer Ergebnisse basieren auf den Antworten von 74 Führungskräften aus Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mindestens 500 Millionen US-Dollar.